Contra-Tempelhof: Was sagen die Gegner

• Ein Flughafen mitten in der Stadt ist ein hohes Sicherheitsrisiko!
Die technische Entwicklung der Flugzeuge geht stetig voran, so dass Maschinen leiser und umweltfreundlicher geworden sind. In der langen Geschichte des Flughafens ist im regulären Flugbetrieb lediglich eine einzige kleine Privatmaschine abgestürzt - ansonsten gab es keine nennenswerten Vorkommnisse!
Natürlich gab es auch während der Luftbrücke Abstürze, aber wer diese erwähnt sollte gleichfalls darlegen, dass es insgesamt knapp 280.000 Flugbewegungen (mitunter alle 90 Sekunden eine oder 1400 Flüge in 24 Stunden) gab. Bei dieser Dichte kann nicht mehr von einem "normalen" Risikolage gesprochen werden.

• Der Flughafen Tempelhof mit Flugbetrieb gefährdet den Großflughafen BBI!
Die Entwicklung der Passagierzahlen stellt sich heute ganz anders dar, als noch 1996 angenommen. Nicht zuletzt durch die Billig-Carrier bewegen sich die Passagierzahlen bereits zur geplanten Eröffnung des BBI in 2011 um 20 Millionen - eine Marke die bereits die Ausbauphase auf die Tagesordnung ruft. Diese völlig veränderte Ausgangslage rechtfertigt eine Neubewertung des Luftverkehrskonzepts! Auch die Neuausschreibung des Terminal für Bauunternehmen kann den geplanten Eröffnungstermin 2011 "wackeln" lassen. Tempelhof kann den BBI beispielsweise von der Geschäftsfliegerei entlasten - Tempelhof gefährdet den BBI nicht, sondern wird Bestandteil seines Erfolgs sein! Das der "Single-Airport" BBI einen Ergänzungsflughafen nötig haben wird, wurden von den Landesregierungen in Berlin und Brandenburg erst kürzlich durch das neue Landesentwicklungsprogramm bestätigt.
Dieses Programm stützt die "Weiterentwicklung" der Flughäfen Finow und Brandenburg-Briest.

• Ein Flughafen inmitten von Wohngebieten ist eine riesige Lärmschleuder!
Eine Millionenmetropole wie Berlin lebt von seiner Infrastruktur. Es gibt bei den Anwohnern des Flughafen Tempelhofs eine erhebliche Zahl von Anwohnern, die sich längst mit dem Flughafen in der Nachbarschaft arrangiert haben. Die Weiterentwicklung der Flugzeugtechnik, aber auch die Beschränkung der Größen der an- und abfliegenden Maschinen, sowie ein Nachtflugverbot gewährleisten, dass keine unverhältnismäßige Belastung stattfinden wird. Bei City-Airport in London gibt es beispielsweise Betriebszeiten, die den Flugverkehr an Sonntagen gänzlich ausschließen - mitdenken ist also ausdrücklich erlaubt!
Kleine Anmerkung: Anwohner an den Stadtautobahnen wären froh, dieses Maß an Fluglärm statt der ununterbrochenen "Dauerbeschallung" durch Verkehrslärm ertragen zu müssen!
Aktuelle Messungen der BZ (vom 30.10.2007) wurden durch den Lärm-Atlas der Berliner Verkehrsbehörde bestätigt. Die Bereiche der Einflugschneise liegen im Tagesmittelwert unter 55 dB, die Hauptverkehrsstraßen rund um das Flughafengelände im Tagesmittelwert um 75dB. Bei Messungen des Straßenlärms auf dem Tempelhofer Damm (Höhe Einflugschneise, morgens, 8:30) haben sogar Werte von 80 dB ergeben - ergo würden die Flugzeuggeräusche sogar noch von dem Straßenlärm übertönt!

• Der Flughafen ist rechtlich nicht haltbar!
Richtig ist, dass nach derzeitiger Rechtslage der Flughafen Tempelhof mit Öffnung des BBI in 2011 geschlossen werden muss. Das heißt zunächst einmal ganz deutlich, dass die vorzeitige Entwidmung des Flughafens und die geplante Schließung bereits 2008 ein voreiliger Versuch des Rot-Roten Senats ist, seinen Standpunkt früh zu manifestieren und so auch für künftige Generationen vollendete Tatsachen zu schaffen. Wenn die Länder Berlin und Brandenburg ihren Landesentwicklungsplan den aktuellen Gegebenheiten (sehr deutlich gestiegenen Passagierzahlen, keine baldige Länderfusion und nun auch einen "wackelnden" Öffnungstermin für den BBI 2011) anpassen würden, dann gäbe es auch einen juristischen Weg für Tempelhof ohne den BBI zu gefährden!
Dies wird auch in einem Folgesatz des BVerG deutlich gesagt:
"Solange diese Regelung des Landesentwicklungsplans nicht entsprechend geändert worden sei und solange der Umfang und die Gründe einer etwaigen Änderung des landesplanerischen Konzepts nicht bekannt seien, sei völlig ungewiss, welche möglichen rechtlichen Auswirkungen eine Offenhaltung von Tempelhof auf den Planfeststellungsbeschluss für BBI haben könnte."
Mittlerweile haben die Länder Berlin und Brandenburg ein Landesentwicklungsprogramm verabschiedet,
wonach Regionalflughäfen in Brandenburg (Finow, Brandenburg-Briest) ausgebaut werden sollen - trotz
Single-Airport BBI?!

• Flughafen Tempelhof ist ein Millionengrab für Steuergelder!
Das der Flughafen Tempelhof nicht kostendeckend arbeiten kann, liegt zum einen an dem riesigen Gebäudekomplex, der für den Flugverkehr in Tempelhof gar nicht notwendig ist, aber mitfinanziert werden muss und zum anderen an der Politik der Berliner Flughafengesellschaft, die ihr Interesse klar auf Tegel und Schönefeld fokussierte. Hier regelt nicht der Markt sondern die Politik das Passagieraufkommen!
Für einen stillgelegten Flughafen hingegen entständen ungleich höhere Kosten. Das Gebäude muss auch ohne Flugbetrieb bewirtschaftet und das Gelände gesichert werden. Die neuesten Ideen des Senats, Wohnquartiere mit Parkanlagen bedeuten ein unkalkulierbares Risiko für Berlin. Den wenn Tempelhof kein Flughafen mehr ist, gehen alle finanziellen Belastungen zu Lasten der Berliner Steuerzahler. Also alle Folgekosten, wie Kaufpreis der Bundesanteile am Flughafen Tempelhof, Unterhaltskosten, sowie anteilige Beteiligung an den Kosten für Bodensanierung, sowie Kriegsschrott- und Altlastenentsorgung! Diese Kostenseite ist auch nach Ansicht von Experten unkalkulierbar - warum will man ohne Not so ein finanzielles Abenteuer für Berlin riskieren?!
Tempelhof mit Flugbetrieb bedeutet hingegen Investitionen und Arbeitsplätze für Berlin!
Es gibt konkrete Nutzungskonzepte und Investitionszusagen - Angebote der möglichen Investoren
(Lauder & langhammer, DB, Siemens, A&O Hotels etc.) unterstreichen dies eindrucksvoll!
Und... niemand kann heute wissen, was strukturpolitisch in der Zukunft gefordert sein wird - Berlin hält sich
mit Tempelhof auch künftig alle Option offen!
Flughafen Tempelhof - eine Chance für Berlin!

Informationen zum Flughafen Tempelhof

Die Geschichte des Flughafens >> Mit der Gründung der Deutschen Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft 1909 nahm der deutsche Luftverkehr seinen Anfang. Vorreiter waren die Luftschiffe, aber schon 17.12.1903 hob das erste motorbetriebene Gleitfluggerät zu seinem 12 Sekunden dauernden Jungfernflug ab und ...

TIPP - Geschichte des Tempelhofer Feldes >> Vom Tempelhofer Feld zum Zentralflughafen Berlin-Tempelhof. Auf diesen Webseiten wird versucht, die Geschichte eines Stückchen Berlins in wenigen Worten und vielen Bildern zu erzählen.

Juristerei statt Fakten >> Immer wieder heißt es in den Aussagen der Berliner Landesregierung, der Erhalt des Flughafens Tempelhof gefährdet den Bau des neuen Großflughafens BBI. Hier soll einmal erklärt werden, was dahinter steht...

Tempelhof UNESCO Weltkulturerbe ? >> In der aktuellen Diskussion um den Erhalt des Flughafens Tempelhof streiten sich Befürworter und Gegner neben dem juristischen Argument „Planfeststellung für BBI“ immer wieder um Fragen wie Wirtschaftlichkeit, Bedarf, Sicherheit und manchmal auch Privilegierung...

Was aus München-Riem wurde >> Wenn man heute nach München-Riem kommt erinnert nur noch wenig an den ehemaligen Münchener Verkehrsflughafen. Dabei befand sich hier 56 Jahre lang Münchens Rollbahn zur Welt. Weithin sichtbarer Hinweis auf die alte Funktion des Geländes im Münchener Osten ist heute vor allem der alte Kontrollturm...

Freiheitsstatue für Deutschland >> Gail S. Halvorsen, der legendäre Luftbrücken-Pilot, der 1948 als Erster Pilot Fallschirmchen mit Süßigkeiten aus seinem Flugzeug abwarf, war Ehrengast der Party zum Erhalt des Flughafens Tempelhof. Er erinnerte in seiner Ansprache daran...

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Nachnutzungskonzept des Senats für Tempelhof >> Nachnutzungskonzept des Senats für den Flughafen Tempelhof – Die gleichen Fehler wie nach 1989. Der Berliner Senat hat sein Konzept für die Nachnutzung des Flughafengeländes Tempelhof präsentiert. Man ist geneigt zu loben, dass man sich dort endlich Gedanken gemacht hat. Was allerdings herauskam, geht inhaltlich nicht wirklich über die Ideen hinaus, die bereits seit 1999 bekannt sind...

Offene Fragen >> Wer bezahlt die Kosten für eine vorgeschlagene Nachnutzung als „Central-Park“ Berlins, wenn nicht einmal der in direkter Nachbarschaft liegende Volkspark Hasenheide vom Drogenhandel frei gehalten werden kann?...

Quelle & copyright: www.pro-tempelhof.de

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