Das Berliner Abgeordnetenhaus vs. Be-4-Tempelhof

Gegenüberstellung der Argumente - eine Zusammenstellung
von
Be 4 Tempelhof e.V. - www.be-4-tempelhof.org

Quelle: www.be-4-tempelhof.org (Eva Horning)

Ausarbeitung / Autorin: Eva Horning; Mit freundlicher Genehmingung von Eva Horning

Teil1 - Meinungen:
Das Berliner Abgeordnetenhaus vs. Be-4-Tempelhof

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Nein - Das Abgeordnetenhaus von Berlin meint:

Tempelhof darf nicht Verkehrsflughafen bleiben, weil

► das den neuen Flughafen in Schönefeld und damit 40.000 Arbeitsplätze gefährdet.

► ein innerstädtischer Flughafen gefährlich ist. Flugzeuge gehören nicht in die Innenstadt.

► er eine Zumutung für die Anwohner ist. Fluglärm und Kerosin machen krank.

► er unwirtschaftlich ist. Der Flugbetrieb in Tempelhof kostet die Steuerzahler jährlich 5.840.000 Euro".





Und weil dieses riesige Gelände im Herzen der Stadt besser genutzt werden kann. Tempelhof muss endlich für alle Berlinerinnen und Berliner geöffnet werden.
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Ja - Be-4-Tempelhof e.V. meint:

Tempelhof darf nicht Verkehrsflughafen bleiben, weil

► Falsch: Tempelhof gefährdet nicht BBI, die 40.000 Arbeitsplätze sind eine angenommene Größe und auch nur auf die Ausbauzeit bezogen

► Falsch: der Autoverkehr ist um ein Vielfaches gefährlicher - die Unfallstatistik beweist es.

► Falsch: Gerade die Anwohner wollen den Flughafen behalten. Die Zahlen des Volksbegehrens haben es bewiesen.

► Falsch: Tempelhof ist unwirtschaftlich gemacht worden durch das politisch gewollte Vergraulen der ansässigen Flugunternehmen.


Dadurch sind in den Jahren 1995-2007 dem Flughafen Tempelhof Einnahmen in Höhe von 46,4 Millionen EUR entgangen.
Zeitgleich musste aber in Tegel ein weiteres Terminal für 20 Millionen EUR aus Steuermitteln gebaut werden. Alle Einnahmen aus dem Flugbetrieb der drei Flughäfen fließen in den Ausbau von BBI!

Der Flughafen Tempelhof steht allen Berlinerinnen und Berlinern offen. Nur die Sicherheitsmaßnahmen für den Flugbetrieb schränken diese Freiheit ein.

Teil1 - Argument 1:
Das Berliner Abgeordnetenhaus vs. Be-4-Tempelhof

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Contra - "Der Flughafen Tempelhof ist ein Stück Berliner Geschichte – nicht nur als Flughafen."

Der Flughafen Tempelhof war der erste Verkehrsflughafen der Welt. Er war die Lebensader West-Berlins, als es während der Blockade 1948/49 ums Überleben kämpfte. Für viele Menschen in West-Berlin blieb er bis 1975 das „Tor zur Welt“.
Die amerikanischen Alliierten schlossen den Flughafen, als 1975 der Flughafen Tegel eröffnet wurde. Zehn Jahre nach seiner Schließung wurde der Flughafen Tempelhof für regionale Flüge wieder geöffnet.
Das Tempelhofer Feld war viele Jahre ein beliebtes Ausflugs-und Erholungsgebiet für die Berlinerinnen und Berliner: als Sportpark, als Vergnügungspark und als große Kleingartenfläche. Erst der Flugbetrieb in den 20er Jahren hatte die vielfältige Nutzung des Tempelhofer Felds beendet.
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Pro - "Der Flughafen Tempelhof ist ein Stück Berliner Geschichte – nicht nur als Flughafen."

„Wir haben in Amerika ein Denkmal für die Freiheit, das heißt 'Statue of Liberty'. Ich glaube, Tempelhof ist die 'Statue of Liberty' für Deutschland", soweit Gail S. Halvorsen, ehemaliger "Candy Pilot". Die historische Bedeutung des Flughafens Tempelhof ist für die Berlinerinnen und Berliner unbestritten.

Der Begriff „Tempelhofer Feld“ ist nicht gleichzusetzen mit dem heutigen Flughafengelände.

Der Senat und die Rote-Rote Koalition im Abgeordnetenhaus versuchen weiterhin die Bevölkerung Berlins hinter das Licht zu führen. Gott sei dank gibt es ältere Berliner, die sich genauer erinnern:
Das Tempelhofer Feld mit dem Tempelhofer Berg liegt auf dem Tempelhofer Oberland. Es ist eine geografische Bezeichnung. Es war ursprünglich doppelt so groß wie das heutige Flughafengelände. Bis ins 18. Jh. war es Ackerland. Dann wurde es für militärische Zwecke genutzt - als Exerzier- und Paradeplatz.

Bereits vor dem 1. Weltkrieg begann die Bebauung des Tempelhofer Feldes an der heutigen Oberlandstraße. Nach dem Krieg wurde die Bebauung westlich des Tempelhofer Damms vorangetrieben. Neu-Tempelhof, das Askanische Gymnasium, die Rundkirche und das St. Joseph-Krankenhaus gehören alle zum ursprünglichen Tempelhofer Feld!

Der Flughafen wurde auf dem ehemaligen Exerzierplatz erbaut – also einem Teil des Tempelhofer Feldes!
Zu KEINEM Zeitpunkt war das Tempelhofer Feld ein Sportpark, eine Kleingartenfläche oder gar ein Vergnügungspark a la Tivoli!

Teil1 - Argument 2:
Das Berliner Abgeordnetenhaus vs. Be-4-Tempelhof

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Contra - "Auch die CDU hat die Schließung von Tempelhof und Tegel beschlossen"

Mit der deutschen Einheit endete die Insellage West-Berlins. Alle waren sich einig: Berlin muss die neue Freiheit nutzen, um einen modernen und zukunftsfähigen Flughafen zu bauen. Darum sollen die innerstädtischen Flughäfen geschlossen werden. Das beschlossen das Berliner Abgeordnetenhaus und der Berliner Senat des Regierenden Bürgermeisters Eberhard Diepgen (CDU) in den Jahren 1994, 1996, 1998 und 1999. Mit diesen Beschlüssen wurde demokratisch legitimiert, den Flughafen Tempelhof zu schließen, sobald der Weg für den Flughafen Schönefeld frei ist.



Durch die Schließung der innerstädtischen Flughäfen werden fast 800.000 Berliner und Berlinerinnen von Lärm und der Gefährdung durch den Flugverkehr befreit.









Die Gefährdung ist in Tempelhof besonders hoch. Hier fehlen Überrollflächen und Bodenradar. Die Sicherheitszone des Flughafens befindet sich teilweise im Wohngebiet in Neukölln. Dort ereignete sich im Jahr 2001 auch der letzte Absturz eines Privatflugzeuges, das in einen Hinterhof in der Neuköllner Karl-Marx-Straße stürzte. Tempelhof wird von vielen Privatfliegern angeflogen, denen die Erfahrung von Berufspiloten fehlt.
Kleinflugzeuge verursachen in Deutschland mehr als sieben Mal so viele Unfälle wie größere Maschinen. Einen innerstädtischen Flughafen zu schließen, verringert das Risiko eines Flugzeugabsturzes auf Wohnhäuser, minimiert Fluglärm und gewinnt attraktive Flächen für die Stadt zurück.






Deshalb werden weltweit innerstädtische Flughäfen geschlossen – ob in Hongkong, Chicago, Athen, München, Jakarta oder Liverpool.
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Pro - "Auch die CDU hat die Schließung von Tempelhof und Tegel beschlossen"

Zur Erinnerung: Nach der Wiedervereinigung wurde die Fusion der Länder Berlin und Brandenburg diskutiert. Der damalige Vorstandschef der Lufthansa AG hatte die Vorstellung, dass ein „Single-Airport“ für Berlin eine gute Lösung wäre.
Unter der Voraussetzung, dass die beiden Bundesländer fusionieren und der Bau des Flughafens BBI von Privatinvestoren finanziert wird, hat man der Schließung der innerstädtischen Berliner Flughäfen zugestimmt.
Die Privatinvestoren sind ausgeblieben, die Länderfusion ist nicht erfolgt. Die Grundlagen für die Zustimmung zur Schließung von Tempelhof und Tegel sind entfallen.


Falsch: Die Zahl der Menschen, die am Tage vom Fluglärm am Tage von mehr als 55dB bis 60 dB betroffen ist, liegt bei 133.100, des nachts bei 61.400! Diese Zahlen veröffentlicht die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung in ihrem „Digitalen Umweltatlas“. Nachzulesen unter http://www.stadtentwicklung.berlin.de.

Es handelt sich hier um eine grobe Irreführung des Wählers! Die Lärmbelastung durch den Straßenverkehr ist ungleich höher.


Ebenso verzerrt ist die Aussage zur Gefährdung durch den Flughafen. Während in den Jahren 1992 bis 2006 auf dem Flughafen Tempelhof 744.966 Starts und Landungen gezählt wurden, gab es in diesem Zeitraum (14 Jahre) nur einen Unfall. In einem vergleichbaren Zeitraum nämlich in den Jahren 1993-2007 sind auf den Berliner Straßen 1.434 Menschen ums Leben gekommen!
Ein Bodenradar ist nur notwendig, wenn so dichte Bodennebellagen herrschen, dass eine Sicht für die Piloten zum sicheren Rollen des Flugzeuges ausgeschlossen ist. Das Bodenradar macht auch nur dann Sinn, Wenn es sich um einen ILS CAT III 2 Anflug handelt, wie am z.B. Airport Frankfurt/Main oder London, wo das Flugzeug ausschließlich vom Autopiloten gelandet wird und es den Piloten untersagt ist, selbst das Flugzeug unter diesen miserablen Wetterbedingungen zu steuern. Diese Bedingungen treffen auf den Flughafen Tempelhof NICHT zu und sind auszuschließen.


Die Gründe für die Schließung innerstädtischer Flughäfen in den genannten Beispielen werden nicht genannt. Wir wissen, dass

► Hongkongs Landmasse etwa 23 % größer als die Stadtfläche von Berlin. Davon sind jedoch lediglich 25% urbanisiert! Die Bevölkerungsdichte ist mit 6.355 Einwohner pro km m2; fast doppelt so groß wie in Berlin. Bezogen auf die urbanisierte Landfläche, ist die Bevölkerung sogar 8x größer und beträgt somit 24.420 Einwohner/km m2;.
Das Land ist weitestgehend bergig und besteht aus 262 Inseln.
Der Flughafen Chek Lap Kok ist einer der wichtigsten Flughäfen Asiens und wird von zahlreichen Flughäfen Europas aus direkt angeflogen. Er ist Heimatflughafen mehrerer Fluglinien, darunter Cathay Pacific und Dragon Air. Chek Lap Kok wurde im Jahre 1998 eröffnet, um den früheren, sehr schwierig anzufliegenden Flughafen Kai Tak abzulösen. Die Errichtung kostete etwa 15 Milliarden Euro und damit fast 8x soviel wie die veranschlagten Kosten für BBI. Eine hervorragende Verkehrsanbindung sorgt dafür, dass die Fahrtzeit zum neuen Flughafen unwesentlich länger ist als nach Kai Tak, obwohl sich Kai Tak in Kowloon, mitten im Victoria Harbour befand, während Check Lap Kok weit außerhalb der Stadt (ca. 31 Kilometer) auf der z.T. abgetragenen und durch Aufschüttungen vergrößerten Insel Lantau liegt.

► Das Meigs Field war ein Flughafen auf einer Halbinsel im Michigansee vor Chicago und der kleinste Flughafen von insgesamt drei Flughäfen. In einer umstrittenen Aktion veranlasste Bürgermeister Richard M. Daley am 30. März 2003, mitten in der Nacht, die Zerstörung der Landebahn. Mit schwerem Gerät wurden große „X“ in die Landebahn gegraben. Da weder die Federal Aviation Administration (FAA) noch die Eigentümer der sich am Boden befindenden Flugzeuge informiert wurden, befanden sich nach dieser Aktion 16 Flugzeuge auf dem Flugplatz, ohne dass dieser über eine intakte Startbahn verfügte. Später erlaubte man diesen Flugzeugen von der Rollbahn aus zu starten.
Die Stadt Chicago wurde später durch die FAA zu einer Strafe in Höhe von mehreren Millionen US Dollar verurteilt.
Letztendlich fertigt der Internationale Flughafen Chicago O’Hare 70 Millionen Passagiere auf 6 Runways ab. Daneben existiert der Flughafen Chicago-Midway, der mit 5 Runways (die allesamt kürzer sind als in Tempelhof) 18.814.530 Millionen Passagiere ab.

► Das Planfeststellungsverfahren für den neue Flughafen München wurde bereits 1974 beantragt. 1992 wurde dann der neue Airport in Betrieb genommen, mithin drei Jahre bevor der Boom der Billig-Airlines ihren Siegeszug antraten.
Aus damaliger Sicht war die Entwicklung des Luftverkehrs in diese Dimensionen nicht abzusehen. Nach mehrmaligen Planungsänderung beträgt die heutige Kapazität 50 Millionen Passagiere, bei derzeit 35 Millionen abgefertigten Passagieren.
Der Airport beschäftigt 27.400 (Stand: 01.07.2006)

► Jakarta ist ebenfalls ein untaugliches Argument und die Einwohner Berlins sollen auch hier veräppelt werden!
Der Flughafen Jakarta ist 1984 (vor 24 Jahren) gebaut worden. Er fertigte 2001 knapp 12 Millionen und bereits 2006 30 Millionen Passagiere ab. Insgesamt sind durch weiteren Ausbau heute 4 Runways in Betrieb. Diese Möglichkeiten wird BBI nie haben, da ein weiterer Ausbau über die genehmigten zwei Start- und Landebahnen hinaus bau- und planungstechnisch am Standort Schönefeld nicht möglich ist.

► Liverpool hat seit 1930 ein und den selben Flughafen! Auch hier ein durchsichtiger Versuch Berliner Wähler in die Irre zu führen. Richtig ist, dass der Flughafen nach umfangreichen Erweiterungsarbeiten in den Jahren 1966, 1986 und 2000 dann 2002 von "Speke Airport" in "John Lennon Airport" umbenannt wurde. Seit 2006 wird die südliche Runway erneuert und mit einem neuen ILS Cat III Landesystem nachgerüstet. Die Passagierzahlen sind von 1998 (875.000) um 570% auf 4,96 Millionen (2006) geradezu explodiert.

Teil1 - Argument 3:
Das Berliner Abgeordnetenhaus vs. Be-4-Tempelhof

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Contra - Tempelhof: "Die Zukunft heißt Flughafen BBI in Schönefeld"

Seit einem Jahr wird in Schönefeld an dem neuen Flughafen Berlin-Brandenburg International (BBI) gebaut. Dies ist eine gigantische Investition von mehr als 3 Milliarden Euro und eine große Chance für Berlin.
Die Aufträge für den Bau des neuen Großflughafens gehen in hohem Maße an Betriebe aus der Region Berlin-Brandenburg. Dies schafft und sichert bereits jetzt Arbeitsplätze in der Region. Die heute am Flughafen Tempelhof Beschäftigten werden in Schönefeld dringend gebraucht.
Insgesamt werden nach Fertigstellung des BBI fast 40.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Diese Arbeitsplätze dürfen wir nicht gefährden.























Ein allgemeiner und für alle offener Verkehrsflughafen Tempelhof tut das. Denn der Ausbau des Flughafens Schönefeld ist rechtlich nur zulässig, wenn gleichzeitig die Menschen in Tempelhof und Tegel von Lärm und Gefahr befreit werden.
Ein weiterer Flugbetrieb in Tempelhof, wie ihn das Volksbegehren fordert, macht die Genehmigung für den neuen Flughafen BBI hinfällig.
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Pro - Tempelhof: "Die Zukunft heißt Flughafen BBI in Schönefeld mit Tempelhof"

Berlin ist an der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (FBS) mit 37 % beteiligt. Die Steuereinnahmen gehen nach Brandenburg. Wo ist das die Chance für Berlin?
Mit Beendigung der Ausbauarbeiten entfällt auch eine Vielzahl der Arbeitsplätze. Zum Vergleich: Der Flughafen München fertigt knapp 35 Millionen Passagiere mit insgesamt 27.400 Mitarbeitern ab.
Wenn die Berliner Flughafenplaner von einer anfänglichen Kapazität im Jahr 2011 von 20 Millionen Passagieren sprechen (die bereits 2007 überschritten wurde) und dafür bis zu 40.000 Arbeitsplätze schaffen will, dann scheint das nicht sehr wirtschaftlich geplant zu sein!

Der Flughafen Tempelhof könnte bei einer sinnvollen Nutzung durchaus wirtschaftlich arbeiten. Dazu hat die ICAT e.V. ein Nutzungskonzept vorgelegt, aber auch Investoren haben interessante Angebote unterbreitet: Lauder/Langhammer, Siemens, DB, A&O Hotels.
Alle Angebote wurden vom Senat abgelehnt- auch das Angebot der Bundesregierung, die jährlichen Unterhaltskosten für Tempelhof in Höhe von 10 Mio. EUR bis zur Inbetriebnahme von BBI zu übernehmen! Wird der Flughafen tatsächlich zum 31.10.2008 geschlossen, entstehen ausschließlich dem Berliner Steuerzahler enorme Kosten:

► Unterhalt des Flughafengebäudes, das in Teilen vermietet ist (z.B. Polizeipräsidium Berlin, Verkehrsregelungszentrale Berlin, Meteorologische Mess-Station und Wetterradar sowie Mittel- und Kleinmieter, deren Verträge von der Schließung nicht angetastet werden )
► Sicherung und Unterhalt des Flughafengeländes
► Ankauf der Bundesanteile gemäß Hauptstadtvertrag


Die Kosten sind nicht anzugeben, liegen aber in mehrfacher Millionenhöhe. Allein der Unterhalt der Gebäude wird auf 18-20 Mio. EUR pro Jahr geschätzt. (http://www.flughafen-berlin-tempelhof.de)
Die Behauptung, die Offenhaltung Tempelhofs würde den Ausbau von BBI gefährden, ist mehrfach, auch hier auf unseren Webseiten, widerlegt worden. (vgl. auch Argumente des Senats).

Teil1 - Argument 4:
Das Berliner Abgeordnetenhaus vs. Be-4-Tempelhof

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Contra - "Tempelhof – für einen Flughafen viel zu schade"

Die Betreiber des Volksbegehrens lassen die Berlinerinnen und Berliner über ihre wahren Ziele im Unklaren. Sie fordern den Verkehrsflughafen und wollen den Privatflughafen. Beides ist nicht zu rechtfertigen: Ein Verkehrsflughafen mit bis zu 4,5 Millionen Passagieren pro Jahr in Tempelhof belastet Hunderttausende Anwohner mit Lärm und Abgasen. Auch die Nutzung des Flughafens Tempelhof als eingeschränkter Geschäftsflughafen gefährdet die Planfeststellung für den Flughafen BBI. Die Flughafengesellschaft hat in Schönefeld bereits 7,5 Millionen Euro für Geschäftsflieger investiert. Ab Mai 2008 steht dort ein neuer Terminal mit neuen Hangars zur Verfügung.











Es widerspricht darüber hinaus jeder sozialen Vernunft, ein derart großes Areal in der Innenstadt ausschließlich für wenige Geschäfts- und Privatflieger zu reservieren. Das Berliner Abgeordnetenhaus will, dass die Menschen das Gelände des Flughafens nicht länger durch den Zaun betrachten müssen, sondern nutzen können.
Bereits jetzt sind Teile des Geländes eine wichtige Frischluftschneise für die Innenstadt. Neben einem großen Park der Luftbrücke wollen wir schnell neue Sportflächen schaffen. Fußball, Basketball, Tennis, Joggen, Skaten, Radfahren, Drachensteigen, Beachvolleyball – für all das ist auf dem Gelände Platz.
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Pro - Tempelhof: "Die Zukunft heißt Flughafen BBI in Schönefeld mit Tempelhof"

Die Argumentation ist unredlich, weil es sich um nicht bewiesene Unterstellungen handelt. Belästigt werden die Anwohner des Flughafens Tempelhof durch den Lärm und die Abgase des Straßenverkehrs - auch das weist der senatseigene „Digitale Umweltatlas“ aus. Es entspricht nicht den realen Gegebenheiten, wenn hier gesagt wird, dass ab Mai den Geschäftsfliegern ein neuer Terminal mit neuen Hangars zur Verfügung steht. Terminal und Hangars nutzen nur dann etwas, wenn die Flugzeuge auch landen können. Aber Schönefeld hat derzeit nur eine Start-Landebahn. Die muss für die Linienflüge genutzt werden – für Geschäftsflieger gibt es keine Slots ! Der Flughafen Tegel ist wegen der unzureichenden Kapazitäten Schönefelds bereits derart überlastetet, dass Piloten um die Sicherheit fürchten. Brandenburg hat in Kenntnis dieser Umstände bereits den Flugplatz Schönhagen zum Ergänzungsflughafen für Schönefeld ausgebaut. Leider kann man das zur Zeit nicht mehr auf der Website des Flughafens http://www.edaz.de nicht nachlesen. Diese Website wird seit Mitte Januar aktualisiert! Vorsorglich hält man diese Website geschlossen. Am 28.April ist sie bestimmt „aktualisiert“.


Der Flughafen Tempelhof soll für alle Berlinerinnen und Berliner offen gehalten werden. Er soll rentabel arbeiten und von allen genutzt werden können.
Wie bereits ausgeführt, würden Randbebauung und Parkanlagen die klimatischen Auswirkungen des freien Flugfeldes zerstören (vgl. Argumente des Senats).
Außerdem würde die unter Artenschutz stehende Feldlerche ihren Siedlungsraum in Berlin verlieren. Dieser Sachverhalt müsste eigentlich die Tier- und Umweltschützer auf den Plan rufen. Oder wissen die noch nichts davon?

Teil1 - Argument 5:
Das Berliner Abgeordnetenhaus vs. Be-4-Tempelhof

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Contra - "Vom Flughafen zum lebendigen Ort für Dank und Erinnerung "

Auch das denkmalgeschützte Gebäude des Flughafens, das selbstverständlich erhalten bleibt, kann ohne Flugbetrieb viel besser genutzt werden.
Wir unterstützen die Idee der Berlin-Brandenburg Aerospace Allianz, dort ein Informationszentrum Luftfahrt einzurichten. Wo könnte besser und würdiger der Luftbrücke und der großartigen Leistung der amerikanischen Piloten gedacht werden?
Für die Alliiertenmuseen und das Luftfahrtmuseum aus Gatow sowie für Flugzeug-Exponate des Deutschen Technik-Museums bietet sich in Tempelhof eine neue Heimat in der Mitte der Stadt. Tempelhof bietet zusätzlich genug Raum für Bundesministerien und ein Innovationszentrum für Forschung und Entwicklung sowie weitere Nutzungen.
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Pro - "Vom Flughafen zum lebendigen Ort für Dank und Erinnerung "

Die beste Denkmalpflege besteht in der funktionalen Nutzung des Gebäudes. Sicherlich wären bei der Größe des Gebäudes auch weitere Nutzungen möglich und wünschenswert - aber politisch nicht gewollt.
Dabei muss im Sinne der Berliner Steuerzahler auch der Faktor der Kostendeckung berücksichtigt werden.

Teil2 - Argument 6:
Das Berliner Abgeordnetenhaus vs. Be-4-Tempelhof

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Contra - "Tempelhof jetzt schließen"

Der Flughafen Tempelhof hat die staatliche Flughafengesellschaft seit 1990 über 200 Millionen Euro an Zuschüssen gekostet. Ein Weiterbetrieb des Flughafens bis 2011 würde die Steuerzahler täglich über 16.000 Euro kosten – ohne Aufwendungen für den Unterhalt des Gebäudes!
Dieses Geld fehlt beim Ausbau des Flughafens BBI. Noch wichtiger: Mit dieser Erholungs-, Freizeit-und Sportfläche werden die benachbarten Wohnviertel viel attraktiver.
Das tut nicht nur den Menschen in Kreuzberg, Neukölln und Tempelhof gut, sondern der ganzen Stadt. Deshalb will das Abgeordnetenhaus den Flugbetrieb in Tempelhof im Oktober 2008 beenden, statt den Flugverkehr dort zu vervielfachen.
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Pro - "Tempelhof jetzt schließen"

Diese Behauptung ist so nicht haltbar.
Die Politik der Flughafengesellschaft mit seinem Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Wowereit hat dafür Sorge getragen, dass dem Flughafen Tempelhof die Luftfahrtunternehmen abhanden gekommen sind.

Eine ruinöse beabsichtigte Standortpolitik!

Neuansiedlungen am Airport Tempelhof wurden nicht zugelassen, Privatinvestoren in fragwürdiger Weise abgewiesen.
Wer bezahlt die Freizeit-, Erholungs- und Sportstätten, die hier gebaut werden sollen? In allen anderen Berliner Bezirken werden Jugendeinrichtungen geschlossen, den Stadtbädern fehlen die Gelder für dringende Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten usw. Was geschieht mit der benachbarten Hasenheide?

Teil2 - Argument 8:
Das Berliner Abgeordnetenhaus vs. Be-4-Tempelhof

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Contra - "Hier findet Zukunft statt"

DWir wissen: Eine stadtverträgliche, sozial und architektonisch anspruchsvolle Nutzung einer so großen Fläche fällt nicht vom Himmel. Sie muss sich entwickeln.
Weltweit beneiden uns Großstädte um den Platz, den wir für diese Entwicklung inmitten der Stadt haben. Doch die Entwicklung kann erst beginnen, wenn der Flugbetrieb eingestellt und das Gelände für alle Menschen geöffnet ist.
Wir sind sicher: Es gibt eine riesige Zahl von zusätzlichen fantastischen, modernen, sympathischen und realisierbaren Ideen und Projekten für das Gelände und das historische Flughafengebäude. Geben wir Berlin die Chance, auf dem Tempelhofer Feld das Wohnen, das Arbeiten und das Leben des 3. Jahrtausends entstehen zu lassen.


Aus diesen Gründen lehnt das Berliner Abgeordnetenhaus die Forderung des Volksbegehrens „Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen“ ab und bittet Sie, bei der Abstimmung am 27. April 2008 mit Nein zu stimmen – Nein zum Flugbetrieb in Tempelhof.
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Pro - "Hier findet Zukunft statt"

Wir wissen, dass das Nutzungskonzept des Senats dem Steuerzahler teuer zu stehen kommt.

Woher will der Senat dieses Geld sonst nehmen, wenn nicht vom Steuerzahler? Ihm gelingt es ja nicht einmal private Investoren für den Bau von BBI zu finden! Da ist selbst Athen moderner in seiner Flughafen - Politik.

Zukunft kann hier stattfinden, wenn der einzigartige Standortvorteil dieses Flughafens genutzt wird. Darum beneiden uns die Metropolen in der Welt. Die Investoren stehen bereit. Es werden Arbeitsplätze geschaffen, Einnahmen kommen dem Land Berlin zugute und der Steuerzahler wird entlastet.

Aus diesen Gründen befürworten wir die Forderung des Volksbegehrens „Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen“ und bitten Sie, bei der Abstimmung zum Volksentscheid am 27. April 2008 mit JA zu stimmen – JA zum Flugbetrieb in Tempelhof

Quelle: www.be-4-tempelhof.org (Eva Horning)

Ausarbeitung / Autorin: Eva Horning; Mit freundlicher Genehmingung von Eva Horning

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