Die Geschichte des Flughafens

Ein Wort zur Deutschen Luftfahrt
Mit der Gründung der Deutschen Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft 1909 nahm der deutsche Luftverkehr seinen Anfang. Vorreiter waren die Luftschiffe, aber schon 17.12.1903 hob das erste motorbetriebene Gleitfluggerät zu seinem 12 Sekunden dauernden Jungfernflug ab und es war nur noch eine Frage der Zeit, wann das Flugzeug seinen Siegeszug als Transportmittel beginnen sollte. Insbesondere vor und während des 1. Weltkriegs brachte man die Entwicklung der Flugzeug schnell voran. Der Pionierarbeit von Otto Lilienthal war es zu verdanken, dass der Mensch seinen Traum vom "Fliegen wie ein Vogel" verwirklichen konnte.


Der Flughafen Berlin-Tempelhof

Im Deutschen Reich diente das Gelände auf dem heute der Flughafen Tempelhof ist, der Kaiserlichen Garde als Exerzierplatz. Dieser Platz sollte aber schon bald eine neue Bestimmung bekommen, denn im Jahre 1922 hatte die Fliegerei nun auch Berlin erreicht, so dass auf dem Tempelhofer Feld die ersten zwei Flughallen errichtet wurden.Am 8. Oktober 1923 erteilte das Reichsverkehrsministerium eine Konzession, die Tempelhof zum ersten Verkehrsflughafen der Welt machte.

Als erste Flugstrecke wurde die Route Berlin - Königsberg beflogen. Zu den rund 100 Flügen jährlich kamen zusätzlich noch die Starts und Landungen der Zeppeline hinzu.

Schnell nahm der Flugverkehr deutlich zu, so dass sich bald Kapazitätsengpässe abzeichneten. In den 30er Jahren lag das von Tempelhof ausgehenden Verkehrsaufkommen deutlich vor den anderer großer Metropolen, wie London oder Paris. Der Architekt Ernst Sagebiel plante einen notwendigen Erweiterungsbau für die Zukunft und so sollte künftig eine Abfertigung von bis zu 6 Millionen Passagieren möglich werden. Im Grunde wurde das Flughafenareal aber neu entworfen. Das Flugfeld war ein 2 Km ausgedehntes Oval, welches Starts und Landungen in Ost-West-Richtung ermöglichte. Das Flughafengebäude selbst war 1230 Meter lang und mit einer monumentalen Eingangshalle ausgestattet.

Mit einer Gesamtgrundfläche von 284.000 qm war es seinerzeit das größte Gebäude der Welt und rangiert noch heute an Platz 3 weltweit.

Trotz des 2. Weltkriegs wurden die Bauarbeiten stetig fortgeführt und erst kurz vor Kriegsende ausgesetzt. Mit der Eroberung Berlins geriet der Berliner Zentralflughafen zunächst in die Hand der Roten Armee, die diesen im Zuge der Aufteilung der Sektoren am 4. Juli an die Amerikaner übergab. Der zivile Flugverkehr wurde seit diesem Zeitpunkt offiziell eingestellt. iAm 24. Juni 1948 geschieht das unfassbare - Westberlin wird durch die Sowjets von der Versorgung aus Westdeutschland "abgeschnitten" - alle Versorgungswege zu Lande und zu Wasser wurden bis zum 2. Juli von und nach Westberlin unterbrochen! Eine gefährliche Situation für Berlin, Deutschland und die Welt! Berlins Bürgermeister Ernst Reuter verkündete der Welt glaubhaft, dass diese Stadt und seine Bürger den festen Willen haben für die Freiheit zu kämpfen und die freie Welt diese Menschen und diese Stadt nicht aufgeben darf!

"Der Militärgouverneur sagte Reuter, die Alliierten seien bereit, zu helfen so gut sie könnten – freilich unter der Voraussetzung, dass Reuter ihm erklären könne, die Berliner Bevölkerung werde alle Prüfungen bestehen und zu den Alliierten halten. Ohne mit der Wimper zu zucken, lautet die Antwort: Herr General, es kann überhaupt keine Frage sein, wo die Berliner stehen; die Berliner werden für ihre Freiheit eintreten und werden jede Hilfe, die ihnen geboten wird, dankbar annehmen!"

Am 2. April 1948 erreichten die ersten Flugzeuge Westberlin. Natürlich konnte man zu diesem Zeitpunkt noch nicht von einer ausgefeilten und durchorganisierten Luftbrücke sprechen, aber hier wurde von General Lucius D. Clay die Idee geboren; Westberlin vollständig aus der Luft zu versorgen, denn Berlin hatte einen voll einsatzfähigen Flugplatz - Tempelhof! So entwickelte sich die größte Lufttransportunternehmung, die die Welt bis heute gesehen hat. Mit Optimierung und der daraus resultierenden Auslastung der Luftkorridore landete zu Spitzenzeiten alle 90 Sekunden ein Versorgungsflugzeug in Tempelhof.

Zum Einsatz kamen Flugzeugtypen, wie die Skymaster C-54 oder die Douglas DC-3. Die Briten, die seit dem 28. Juni auch schon Versorgungsflüge nach Westberlin durchführten, beteiligten sich seit dem 30. Juni offiziell an der Luftbrücke - im Schwerpunkt landeten die britischen Maschinen vom Typ Dakota in Gatow oder mit Wasserflugzeugen auf dem Wannsee. Am 17. November 1948 wurde nach nur 85 Tagen Bauzeit der Flughafen Tegel in Betrieb genommen.

Die Blockade Westberlins dauerte 322 Tage und endete am 2. Mai 1949. Bis zu diesem Tage wurden durch die Alliierten 1,7 Millionen Tonnen in 212.000 Flügen nach Westberlin transportiert. Ohne den Flughafen Tempelhof wäre diese beispiellose Transportleistung nicht möglich gewesen. Nach Ende der Luftbrücke wurde bereits 1950 ein Teil des Flughafen Tempelhofs wieder für den zivilen Flugverkehr freigegeben. Schnell nahm das Verkehrsaufkommen zu, so dass auch der bis dorthin militärisch genutzte Teil von Tempelhof für eine zivile Nutzung freigegeben wurde.

Die Passagierzahl betrug 1955 rund 650.000 Fluggäste, stieg aber stetig weiter an, bis der Flughafen Tempelhof 1975 zugunsten des neu errichteten Flughafen Tegels für den zivilen Flugverkehr geschlossen wurde.

Der Flughafen Tempelhof wurde seit dem von den Amerikanern als Militärflughafen genutzt, ehe er 1985 erneut für eingeschränkten zivilen Luftverkehr (Geschäftsflugverkehr) freigegeben wurde. Unter der Führung der Amerikaner gab es in regelmäßigen Abständen den 'Tag der offen Tür' auf dem Flughafen Tempelhof - letztmalig im Mai 1989.

Neben einem umfangreichen Showprogramm, Paraden und Vorführungen konnte die Berliner hier Flugzeuge der amerikanischen Luftwaffe, wie die Skymaster C 54 , die Douglas DC 3, Hubschrauber, Transportmaschinen der Marken Herkules oder Galaxy, sowie Flugzeuge aus der zivilen Luftfahrt der Marke Boing bestaunen. Diese Veranstaltungstage für die Berliner waren stets ein großer Erfolg.

Im Jahre 1990 wurde im Zuge der Deutschen Einheit der Flughafen Tempelhof von den Amerikanern der Berliner Flughafengesellschaft übergeben. Zu dieser Zeit flogen etwa 400.000 Passagiere jährlich ab Tempelhof.
Am 28. September 2001 gibt es in Berlin ein bedeutendes Wiedersehen, denn die Air-Service-Berlin CFH GmbH bringt den letzten fliegenden Rosinenbomber zurück nach Berlin-Tempelhof - eine restaurierte Douglas DC-3, die tatsächlich an der Berliner Luftbrücke teilgenommen hatte. Seit dem bietet die Air-Service-Berlin CFH GmbH ihre klassischen Rundflüge über Berlin an - von welchem Flughafen auch sonst könnte ein sollte ein solch historischer Rundflug starten? Von Tempelhof geht es im Rosinenbomber auch zu vielen anderen deutschen Zielen, wie z.B. Dresden, Kiel, Rostock oder Hamburg.

Da sich die kostendeckende Nutzung des gesamten Gebäudekomplexes durch den Flugbetrieb nicht erreichen ließ, beantragte die Berliner Flughafen Gesellschaft 2003 und 2006 die Aufhebung der Betriebspflicht.

Die in Tempelhof ansässigen Fluggesellschaften verhinderten die erste Stilllegung durch einen Eilantrag am 23. September 2004 erfolgreich, so dass der Flughafen vorerst weiter betrieben werden musste. Der Schließungsantrag des Senats wurde im Dezember 2006 vor dem Oberverwaltungsgericht in Berlin verhandelt; der vorgeschlagene Vergleich aber von den klagenden Parteien abgelehnt. Im Februar 2007 bestätigte das Oberverwaltungs- gericht nun den Schließungsbeschluss keine Revision zu. damit wurde vom Senat angekündigt Tempelhof zum Oktober 2008 zu schließen.
Es ist nach diesem Gerichtsentscheid damit zu rechnen, das einige der verbliebenen Fluggesellschaften schon vor 2008 den Flughafen Tempelhof verlassen und so wird entsprechend dem Willen der Berliner Landesregierung Zug um Zug Tempelhof stillgelegt und das, obwohl der Flughafen Tempelhof juristisch unbedenklich bis 2011 durch die Berliner Flughafengesellschaft weiter betrieben werden dürfte!

Am Samstag, den 08.September 2007 hatten die Berliner Flughäfen zu einem Erlebnistag zum Flughafen Tempelhof eingeladen. Diese Veranstaltung stellte den Auftakt einer ganzen Reihe von Events anlässlich der geplanten Schließung des Flughafens Tempelhof zum 31. Oktober 2008 dar. Und so gab es dann auch gleich ein Ergeignis der Superlative, denn es schwebte das bisher größte Verkehrsflugzeug ein, welches jemals Tempelhof auf einem regulären Flug ansteuerte - ein Großraumjet vom Typ Airbus A330-200 der LTU aus Düsseldorf kommend.

Nach einem Durchstartmanöver setzte der Airbus dann im 2. Anlauf um 08:52 Uhr auf der südlichen Rollbahn auf. Für den später angebotenen Rundflug über Berlin wurde die Flugroute dann aufgrund des schlechten Wetters geändert. Zunächst ging es über Potsdam nach Dresden, wo man mit einem Durchstartmanöver dem Flughafen zu seiner neuen Runway gratulieren wollte. Da noch genug Zeit übrig war, ging es dann noch mal schnell nach Leipzig, wo ebenfalls ein Durchstartmanöver absolviert wurde. Insgesamt war dieser Erlebnistag gut besucht und auch an den Absperrzäunen rund um das Flughafengelände standen mehrere Hundert Menschen - die Berliner haben eben ein ehrliches Interesse an dem innerstädtischen Traditionsflughafen.

Leider interessiert sich der rot-rote Senat in Berlin nicht in geringsten für den Berliner Traditionsflughafen und möchte ihn so schnell wie möglich, also bereits am 31.10.2008 schließen - und das, obwohl es bisher keine ernstzunehmende Nachnutzungskonzepte gibt!
Anders dagegen die amerikanischen Investoren um die Manager Lauder & Langhammer, die in ein ambulantes Gesundheitszentrum mit Flughafenanbindung rund 350 Millionen Euro investieren und rund 1000 Arbeitsplätze schaffen möchten. Auch Europas größte Hostelkette möchte 5 Millionen Euro in ein Hostel mit 1000 Betten investieren - Bedingung wäre bei beiden, dass der Flugbetrieb aufrecht erhalten bleibt!

Führende Vertreter der Wirtschaftsverbände, sowie der Landes- und Bundspolitik befürworten dieses ernstzunehmende Zukunftsprojekt, nicht zu letzt, weil es viele neue Arbeitsplätze schaffen würde. Auch Überlegungen die Flugbereitschaft des Bundes, sowie weitere Bundesbehörden in Tempelhof unterzubringen, sprechen für den Erhalt des Flughafens Tempelhof!
Viele gute Gründe sich voll für Tempelhof zu engagieren - denn dies sind alles konkrete Vorschläge, ja Visionen, die die Stadt weiterbringen können - eine Brache mit Wiesenmeer oder Birkenwald, bringt Berlin NICHTS!
Im Zuge der Verhandlungen zwischen dem Bund und dem Land Berlin zum Hauptstadtvertrag Ende November 2007, wurde von der Bundesregierung durch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück und Kanzleramtsminister de Maiziére, Berlin ein besonderes Angebot gemacht: Der Bund bot an, Berlin solle den Flughafen Tempelhof bis 2011 offen halten, um die Luftverkehrsabwicklung in der Region während des BBI-Bau's abzusichern, aber auch um Zeit für ein vernünftiges Nachnutzungskonzept zu gewinnen. Der Bund würde dafür bis 2011 die kompletten Betriebskosten (rund 10 Mio. Euro jährlich) alleine übernehmen! Dieses überraschend gute Angebot wurde von dem Regierenden Bürgermeister Wowereit ebenfalls abgelehnt - Tempelhof ist nicht verhandelbar!

Diese Haltung ist nicht nachvollziehbar und zum Schaden Berlins, da sie die Berliner auf Jahre hinaus Millionen Euro kosten wird! Solch eine ideologische Willkür ist daher abzulehnen. Dies kann einzig noch durch das laufende Volksbegehren passieren. Es gilt jetzt alle Anstrengungen der Befürworter für den Erhalt des Flughafen Tempelhofs zu kanalisieren, damit die Vernunft zu ihrem Recht kommt und diese Landesregierung gehindert wird, für Berlin einen nicht wieder gut zu machenden Fehler zu begehen.

Jetzt gilt: Volksentscheid der ICAT unterstützen - Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen! Machen Sie mit und unterstützen Sie den Flughafen Tempelhof!

Informationen zum Flughafen Tempelhof

Die Geschichte des Flughafens >> Mit der Gründung der Deutschen Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft 1909 nahm der deutsche Luftverkehr seinen Anfang. Vorreiter waren die Luftschiffe, aber schon 17.12.1903 hob das erste motorbetriebene Gleitfluggerät zu seinem 12 Sekunden dauernden Jungfernflug ab und ...

TIPP - Geschichte des Tempelhofer Feldes >> Vom Tempelhofer Feld zum Zentralflughafen Berlin-Tempelhof. Auf diesen Webseiten wird versucht, die Geschichte eines Stückchen Berlins in wenigen Worten und vielen Bildern zu erzählen.

Juristerei statt Fakten >> Immer wieder heißt es in den Aussagen der Berliner Landesregierung, der Erhalt des Flughafens Tempelhof gefährdet den Bau des neuen Großflughafens BBI. Hier soll einmal erklärt werden, was dahinter steht...

Tempelhof UNESCO Weltkulturerbe ? >> In der aktuellen Diskussion um den Erhalt des Flughafens Tempelhof streiten sich Befürworter und Gegner neben dem juristischen Argument „Planfeststellung für BBI“ immer wieder um Fragen wie Wirtschaftlichkeit, Bedarf, Sicherheit und manchmal auch Privilegierung...

Was aus München-Riem wurde >> Wenn man heute nach München-Riem kommt erinnert nur noch wenig an den ehemaligen Münchener Verkehrsflughafen. Dabei befand sich hier 56 Jahre lang Münchens Rollbahn zur Welt. Weithin sichtbarer Hinweis auf die alte Funktion des Geländes im Münchener Osten ist heute vor allem der alte Kontrollturm...

Freiheitsstatue für Deutschland >> Gail S. Halvorsen, der legendäre Luftbrücken-Pilot, der 1948 als Erster Pilot Fallschirmchen mit Süßigkeiten aus seinem Flugzeug abwarf, war Ehrengast der Party zum Erhalt des Flughafens Tempelhof. Er erinnerte in seiner Ansprache daran...

Contra-Tempelhof: Was sagen die Gegner >> Ein Flughafen mitten in der Stadt ist ein hohes Sicherheitsrisiko! Die technische Entwicklung der Flugzeuge geht stetig voran, so dass Maschinen leiser und umweltfreundlicher geworden sind. In der langen Geschichte des Flughafens ist im regulären Flugbetrieb lediglich eine einzige...

Nachnutzungskonzept des Senats für Tempelhof >> Nachnutzungskonzept des Senats für den Flughafen Tempelhof – Die gleichen Fehler wie nach 1989. Der Berliner Senat hat sein Konzept für die Nachnutzung des Flughafengeländes Tempelhof präsentiert. Man ist geneigt zu loben, dass man sich dort endlich Gedanken gemacht hat. Was allerdings herauskam, geht inhaltlich nicht wirklich über die Ideen hinaus, die bereits seit 1999 bekannt sind...

Offene Fragen >> Wer bezahlt die Kosten für eine vorgeschlagene Nachnutzung als „Central-Park“ Berlins, wenn nicht einmal der in direkter Nachbarschaft liegende Volkspark Hasenheide vom Drogenhandel frei gehalten werden kann?...

copyright: www.be-4-tempelhof.de - Fotos: Donati, Paul

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