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Das Thema Tempelhof informiert:

Würden Sie von Klaus Wowereit einen Gebrauchtwagen kaufen?

Ist Klaus Wowereit mit seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft Berlin-Schönefeld überfordert?

Der aktuelle Newsletter von "Das Thema Tempelhof" November 2010:

Liebe Leser unseres Newsletters,

der Kauf eines Gebrauchtwagens ist Vertrauenssache. Versteckte Mängel darf es dabei nicht geben.

Daher hat die von uns gestellte Frage als Charakterfrage im US-Präsidentschaftswahlkampf von 1960 eine entscheidende Rolle gespielt. Die Demokratische Partei plakatierte Porträts des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Richard M. Nixon zusammen mit der Frage "Würden Sie von diesem Mann einen Gebrauchtwagen kaufen?". Die Antwort der Wähler war negativ.

Wir würden von Klaus Wowereit weder einen PKW noch auch nur ein Fahrrad kaufen, da wir ihm schon seine verkehrspolitischen Aussagen nicht abkaufen können.

Es hat sich inzwischen gezeigt, dass man dem Regierenden Bürgermeister Wowereit nicht alles glauben muss:

- Eröffnungstermin des BBI: Inzwischen mehren sich die Stimmen, die darauf hinweisen, dass die nun offiziell eingeräumte Verzögerung von 7 Monaten und der neue Eröffnungstermin 3.Juni 2012 nicht das letzte Wort gewesen sein müssen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Peter Danckert wird in der B.Z. vom 13.10.2010 mit der folgenden Aussage zitiert: „Ich gehe davon aus, dass es über die bisher bekannten Verzögerungen hinaus zu weiteren bedeutsamen Zeitverzögerungen kommt und zu nicht unerheblichen zusätzlichen finanziellen Belastungen.“

Wird die neue Terminverzögerung von Klaus Wowereit auch wieder kurzfristig verkündet werden, obwohl er vorher noch genau das Gegenteil behauptet hatte oder wird er seinen Kritikern polemisch entgegnen, dass man doch „nicht in Haiti“ wäre und alles schon klappen würde?

Zur Erinnerung: Im Winter 2009/2010 hatte Klaus Wowereit, mit dem offensichtlichen Bezug auf die damalige Erdbebenkatastrophe in Haiti, die Forderung das Technische Hilfswerk zur Eis- und Schneeräumung einzusetzen, mit dem launigen Satz beantwortet: "Wir sind nicht in Haiti, sondern wir sind in Berlin" (Die Welt 11.02.10).

- Klaus Wowereit regiert nicht nur, sondern er führt auch noch Aufsicht. Jedenfalls tut er so, als ob er das täte, denn er ist auch Vorsitzender des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft Berlin-Schönefeld (FBS).

Da müsste er eigentlich über Alles Bescheid wissen, was sich im Umfeld des Baus des Großflughafen BBI tut. Er müsste für diesen Flughafen kämpfen, für seine Kapazität und für seine Qualität. Das kann sich nicht darin erschöpfen, dass er über Currywurst und Spreewald-Gurken spricht, die es im neuen Flughafen geben soll, so wie er das bei einem PR-Termin tat.

Und er müsste kontern, wenn Verkehrsminister Ramsauer meint, man bräuchte gar keine parallelen Starts, weil man ja weit unterhalb der Kapazitätsgrenze bleiben würde. Er müsste wenigstens dafür kämpfen, dass man im neuen Flughafen genau so viele Flugbewegungen pro Stunde machen kann, wie in Tegel und Schönefeld heute zusammen (von Tempelhof ganz zu schweigen). Heute sind es 88 Bewegungen. Morgen sollen es – laut der nervigen Flugroutendiskussion - nur 73 sein. Wer da noch von dem „Hub“, also von einem internationalen Drehkreuz spricht, welches man ja erst noch entwickeln will, hat doch wohl die Unterlagen nicht gelesen. Was nützt denn da die „Aufsicht“, wenn der neue Flughafen weniger kann als die beiden alten?

Erinnern Sie sich, liebe Leser? Die drei früheren Flughäfen haben zusammen 108 Flugbewegungen pro Stunde geschafft. Der neue schafft also 32% weniger. Da hat wohl nicht nur Klaus Wowereit keine Aufsicht geführt, sondern der ganze Aufsichtsrat geschlafen.

Nein, von solchen „Händlern“ kann man nichts „kaufen“: Keine Fahrräder, keine Gebrauchtwagen, keine Teppiche und vor allem keine Aussagen oder Entscheidungen zum Flughafensystem. Hierfür wären nämlich Glaubwürdigkeit und Kompetenz entscheidend, beides Fremdwörter für den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit und seine Mitstreiter.

Text: © Das Thema Tempelhof e.V. 2010

Foto © Das Thema Tempelhof e.V. 2010
Klaus Wowereit im November 2010

Veranstaltungshinweis:

19.01.2011, 18.30 Uhr = Lesung mit Wolfgang Przewieslik, Mitautor des Buches: „Der Fall (von) Tempelhof“

Gehen Sie am 18. September wählen, wählen Sie was Sie wollen, aber wählen Sie Wowereit ab.