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Pressecho / Kommentar

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Ausgerechnet im "Neues Deutschland" wurde ein sehr umfangreicher und sachlicher Kommentar von Hans v. Przychowski veröffentlicht, den wir hier gerne dokumentieren wollen:

In der heftigen und teilweise emotional geführten Diskussion über die Zukunft des Flughafens Tempelhof geht es zunächst um die vom Senat verfügte vorzeitige Schließung des City-Airports, zum anderen aber auch um die Frage, ob der Flughafen nach der Eröffnung des neuen Single-Airports BBI in Betrieb bleiben sollte. Eine Schließung mindestens drei Jahre vor dem Betriebsbeginn des BBI wäre der bisher wohl größte Schildbürgerstreich in der an Irrungen und Wirrungen reichen Berliner Flughafenpolitik.

Ohne triftigen Grund in einer Zeit wachsenden Flugverkehrs einen voll funktionsfähigen Flughafen, um den Berlin weltweit beneidet wird, vom Netz zu nehmen, dessen Kapazität in den kommenden Jahren dringend benötigt wird, ist widersinnig. Denn der Flughafen Tegel operiert bereits an der Kapazitätsgrenze und der Flughafen Schönefeld ist eine riesige Baustelle und verfügt in den nächsten Jahren nur noch über eine Startbahn. Zudem ist es ungewiss, ob der BBI tatsächlich, wie geplant, Ende 2011 in Betrieb gehen kann. Nicht Nostalgie treibt daher die Befürworter Tempelhofs, wie ihnen vorgeworfen wird, sondern sie handeln zukunftsorientiert.

Für eine vorzeitige Schließung Tempelhofs gibt es keine belast-baren Argumente. Eine Gefährdung des BBI gibt es nicht. Die Gerichte haben bisher nur festgestellt, dass der Flughafen Tempelhof vorzeitig geschlossen werden kann, aber nicht muss. Und der viel zitierte Konsensbeschluss von 1996, der eine vorzeitige Schließung Tempelhofs festlegte, war eine inzwischen durch die Entwicklung des Flugverkehrs überholte Absichtserklärung, die rechtlich nicht bindend ist. Das Argument, der City-Airport verursache zu hohe Kosten, ist eine Täuschung der Bürger. Der Bund hatte angeboten, die Verluste bis zum Betriebsbeginn des BBI zu tragen, was Klaus Wowereit unverständlicherweise abgelehnt hat. Nun muss der Senat das Gelände und die Gebäude vom Bund kaufen und für Sicherung und Unterhalt zahlen. Damit wird der Berliner Steuerzahler unnötig mit Zahlungen in zweistelliger Millionenhöhe belastet. ... mehr

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